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Aufstieg und Fall des Dr. Guttenberg

Veröffentlicht von am 2. Mrz 2011

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Da hatten wir ihn! Ja….HATTEN! Den jungen, dynamischen und erfolgreichen Politiker, einst geliebter, aufstrebender, innovativer Verteidigungsminister samt telegener Gattin. Aus hervorragendem Hause, mit gewünschten Manieren und fast eingebildeter höchster BildungWas haben sich die Geister an ihm gestritten: die konservativen, verknöcherten mit den modernen, fortschrittlichen.

Nun denn, es gibt eine kleine, wundersame Geschichte, die mir in einer eiseskalten, langen Winternacht mitten im Februar des Jahres 2011 in meinem Hexenhäuschen im äußersten Osten unseres Landes zugeflüstert wurde.

Es kam ein Engelchen geflogen und verkündete Folgendes: Am Abend eines anderen eiskalten Abends im Februar des gleichen Jahres saßen Herr Gysi und Herr Tritt ihn… entschuldigung, natürlich Trittin jenseits der Ostgrenze des Landes in einer kleinen, verrauchten Kneipe, in der die dortigen Gäste eine merkwürdige, uns unbekannte Sprache sprachen.

Deshalb konnten sie ihren Gedanken ohne Scheu freien Lauf lassen. Sie mochten diese private Atmosphäre, in der sie vermeintlich ungestört reden konnten.

So begab es sich, dass Herr Trittin aus seinem früheren Leben im Westen des Landes plauderte. Bei einem guten Wein erzählte er Herrn Gysi von einem Bekannten, der mit Herrn Guttenberg an der Uni Bayreuth nette Zeiten erlebt hatte. Auch Herr Gysi lustwandelte in alten Zeiten, als in der DDR noch alles so geordnet, wenn auch nicht demokratisch zuging.

Herr Gysi konnte aber Doktor werden, obgleich dies nur wenigen angepassten DDR-Bürgern tatsächlich möglich war. Herr Trittin offenbarte dazu, er hätte darauf keine Lust gehabt, in der Politik fühlte er sich wohler.

Nun begannen sie jedoch, sich gegenseitig zu bedauern. In Berlin geht es stetig abwärts mit den eigenen Leuten, einig sei man sich schon lange nicht mehr, Gysi erkannte in feinstem Berliner Deutsch: “Wir können keenen Blumentopp derzeit gewinnen, Trittin!” und warum kann so ein junger, unerfahrener Schnösel eigentlich bei den Bürgern soviel Zuspruch bekommen?

Also schmiedeten sie einen Plan: Der Gysi griff zu seinem Handy und zeitgleich der Trittin. Jeder kannte jeweils einen kleinen Hinterhofjournalisten, der genauso unglücklich wie die beiden über seinen mangelnden Erfolg war. Diesen erzählten beide-jeder auf seine Art-, dass doch der zu Guttenberg mal ein heißer Studentenfeger war, man könne doch mal gucken, ob der auch alle Fußnoten in seiner Doktorarbeit gesetzt hat und ob er die überhaupt alleine so hingekriegt hat. Und man könne auch versuchen, dem alten, unterbezahlten Doktorvater etwas Gutes zuteil kommen zu lassen in Form preiswerten Benzins oder ein paar Stangen Zigaretten aus dem fremden Nachbarland (das können wir gleich mitnehmen), vielleicht auch ein bisschen Geld für den wohlverdienten Ruhestand, wenn alles vorbei ist, wir haben schließlich schon genug. Außerdem wollen wir ja eine gerechte Verteilung, merkte der Gysi noch an.

So geschah es, dass die Denunzianten ihr Ventil erkannten, mit dem sie sich in die große Journalistenwelt pusten konnten. Und Gysi und Trittin schlafen ihren Rausch noch immer aus.

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  • Antworten » berit 3. März 2011

    … und wieder einer, der die böse Opposition verdächtigt, den jungen, aufstrebenden und -blendenden Politikhelden ans Messer geliefert zu haben. Nee, nee, das hat der ganz alleine geschafft, durch strafrechtlich relevanten Betrug (und nicht Schummelei) und miserable Aufklärung. Da hat auch die Haus- und Hofpresse Springer nix genützt.

    Schade, Artikel ist nicht wirklich lustig und die Metaphern nicht eingängig. Ach ja, und Geister “scheiden” sich… Übrigens nicht an den zitierten Umfragewerten Mitte Februar, die sahen tatsächlich nicht so aus wie zitiert (siehe Wahl in Hamburg).

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  • Antworten » Andi 3. März 2011

    Diese Sichtweise halte ich für etwas einseitig. Sicherlich hielten es einige Oppositionspolitiker für opportun, den unbequem erfolgreichen KTzG zu attackieren, am besten auf persönlicher Ebene, da die sich am besten medial inszenieren lässt. Die Munition dafür lag allerdings bei KT im Keller und wurde nicht erst herangeschafft. Diese Thema wurde, und das scheint mir ein Novum in der deutschen Presselandschaft zu sein, durchaus differenziert erörtert und alle Argumente pro und contra wurden diskutiert, bewertet und berichtet. Dies liegt sicherlich an der Beliebtheit des Herrn Guttenberg, denn dadurch ist eine sofortige Verurteilung des Pöbels, wie in so vielen anderen Situationen bei weniger beliebten und dadurch entbehrlichen Persönlichkeiten, nicht so einfach möglich. Die mediale Aufmerksamkeit ist natürlich gigantisch und der Einsatz moderner Medien, wie dem Internet hat ganz massiv zu einer neuen Kultur der Auseinandersetzung beigetragen. Da kann man sagen, das hat den Gegnern in die Tasche gespielt, aber ich glaube nicht, dass sich das Rad da wieder zurückdrehen lässt. Vielmehr muss man doch darauf achten, wenn man schon so enorm effektive Wege der Informationsbeschaffung und -bewertung hat, diese dann in Zukunft auch ausgewogen zu nutzen, um beide Seiten zu beleuchten und zu sinnfälligen Lösungen beizutragen. Der Rücktritt des KTzG ist seine persönliche Entscheidung, die durchaus verständlich ist, die er aber wohl nicht gewählt hätte, wenn die sachlichen Argumente zur Mehrheit auf seiner Seite gelegen hätten. Die Doktorarbeit ist wohl offensichtlich nicht von der Qualität, dass sie dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn genutzt hat, sondern eher von der Idee getragen, dem “zu” noch ein “Dr.” hinzuzufügen. Das hat auch geklappt, aber nur kurzfristig. Dass ihn das einholt, ist persönlich bedauerlich, von der Sache her aber begrüßenswert, denn das Ziel einer Doktorarbeit ist wissenschaftlicher Fortschritt und nicht eine Aufwertung des Titel-Zoos. Insofern fragt man sich als Außenstehender, ob die Person Guttenberg wirklich so authentisch, locker, unabhängig und smart war, wie sie sich dargestellt hat oder ob sie eher eine Fassade war von Beginn an, ähnlich einer Western-Filmstadt, wo man in der Wüste steht, sobald man durch die Saloontür spaziert. Nun ist die Geschichte schon wieder zwei Tage her und dadurch im wahrsten Worste Geschichte, also auf den Stapel geschichtet. Aber sollte einen das erschüttern? Ich denke nicht, denn Bundes-Minister zu sein, ist schon eine herausragende Job-Description, für die nicht jeder einen Zuschlag erhält. Für andere Jobs werden auch hohe Maßstäbe angelegt an persönlicher Eignung, und die schließt die Gewissenhaftigkeit und Ehrlichkeit bei der Erstellung einer Doktorarbeit ein, ob strafrechtich relevant oder nicht. Man kann gespannt sein, wer sich als nächstes mit unliebsamen Relikten aus der Vergangenheit konfrontiert sehen wird.

    Man sollte allerdings auch grundsätzlich aufpassen, Vorverurteilungen durch die breite Masse zu vermeiden. Man sieht es in vielen Kommentaren, auch meine Vorrednerin spricht von “Betrug”, als wäre er eine Tatsache. Bisher ist es ein Verdacht, der mehr oder weniger begründet sein mag, also sollte man auch bei einer derartigen Auseinandersetzung von “mutmaßlichem Betrug” sprechen und von Konsequenzen, wenn dieser Vorwurf gerichtsfest nachgewiesen ist. Alles andere untergräbt die Glaubwürdigkeit, Gewissenhaftigkeit und Moral genauso, wie es Herr zu Guttenberg durch die – mutmaßliche – Fälschung getan hat.

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  • Antworten » Kalle 4. März 2011

    Hey Ich vermisse den Gefaellt mir Button? :-)

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    • Antworten » Korbin 4. März 2011

      Hey Kalle,
      den Button gibt es! Wenn dir der gesamte Artikel gefällt ist der Buttpn direkt über dem ersten Kommentar von Berit und sollten dir die Antworten zusagen, kannst du auf “Daumenhoch” klicken (links unter jedem Kommentar). :-)

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