Autor: Andi

Die Pädagogik auf der Schlachtbank?

SPIEGEL ONLINE berichtet heute über einen „Vorfall“, der bei Schülern über Eltern bis zum Bildungsministerium Aufmerksamkeit und Entsetzen hervorruft. Da hat ein Sozialpädagoge und Landwirt im Rahmen einer Projektwoche „Steinzeit“ vor den Augen der Fünftklässler ein Kaninchen geschlachtet und damit zeigen wollen, dass man damals nicht in den Supermarkt oder an den Kühlschrank gehen konnte, wenn man Hunger hatte und dass das, was man isst, vorher mal gelebt hat. Dabei hat er darauf geachtet, das „Event“ entsprechend vorzubereiten, zu erklären und den Kindern Gelegenheit zu geben, sich damit auseinander zu setzen. Bei einer Abstimmung der Lehrer zu dieser Schlachtung war im Vorwege die Mehrheit dafür. Man hatte nur versäumt, die Eltern einzuweihen. Eine Unterschriftenaktion der Fünftklässler hat eine Liste mit 30 Namen zustande gebracht, um dem Langohr den Frühling zu retten, wurde aber von der Lehrerschaft abgewiesen. Nachdem nun die Kinder im Kreis um den Henker mit dem Langohr standen und eins nach dem anderen Abschied nehmen durfte, wurde der Osterhase fachmännisch erschlagen, die Kehle durchtrennt, aufgeschnitten und ausgenommen, das Fell über die Ohren gezogen und anschließend zum Ausbluten aufgehängt. Das hat dem einen oder anderen Schüler nicht so gut bekommen, einige wurden blass und einige weinten. Die Aktion endete damit, dass der Nager auf Steinzeitart zubereitet und kollektiv verspeist wurde, zusammen mit den Kindern und deren Eltern. Kurze Zeit später meldeten sich nun entrüstete Eltern bei der Presse, um...

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Viel zu viele Kinderschänder

Viel zu viele Kinderschänder Ein schöner sonniger Frühlings-Sonn-Nachmittag in einer amerikanischen Kleinstadt nahe Seattle. Ich habe etwas Zeit und fahre mit meinem Leihwagen im wahrsten Sinne durch die Gegend, biege in eine „Neighborhood“ ab, in der ein schickes Häuschen neben dem anderen steht, alle fast gleich aussehend und überall ist der Rasen auf vorbildliche Länge gestutzt. Mein Blick schweift an den hübschen Vorgärten vorbei, den Garagenauffahrten, in denen je ein PkW oder Pickup parkt und mich beschleicht ein befremdliches Gefühl. Wo sind die Menschen? Es ist nun nicht so brüllend warm, dass man sich unter der Air Condition aufhalten müsste. Und zuhause scheinen sie auch zu sein, sonst wären ja nicht so viele Autos da. Ich steige aus, um ein Foto zu machen von der Reihe Papphäuschen, die wie eine aufgepustete Miniatureisenbahnstadt aussehen. Da fällt mein Blick auf ein Schild „Neighborhood Watch – Suspicious persons will be reported to the local authorities“. Soll heissen, ich werde beobachtet und vermutlich wählt einer hinter dem Vorhang schon die Nummer der Polizei, weil dort so ein verdächtiger Bekloppter steht, der mit einem Teleobjektiv die Straße abscannt. Ich fühle mich auf einmal wie in einem Horrorfilm und steige schnell ein, um die nächste Mall zu erreichen und etwas Essbares zu suchen. Mein Burger in beiden Händen haltend sehe ich, was dem Bild der kleinen hübschen Nachbarschaft fehlte: Kinder! Es waren keine Kinder zu...

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Mora-was? Zeit zum Spielen!

Was genau ist eigentlich ein Moratorium? Unsere Bundeskanzlerin und andere Regierungspolitiker und auch die Medien haben den Begriff schon so oft bemüht, dass es mir fast peinlich ist, nicht zu wissen, was das eigentlich bedeutet. Zuerst dachte ich an einen Satz eines klassischen Konzertes oder an ein Friedhofsgebäude. Aber wozu haben wir denn Wikipedia? Demnach ist ein Moratorium enttäuschenderweise nichts weiter, als ein Aufschieben oder Aussetzen. Interessanterweise gilt die Jugendzeit in der Entwicklungs- und Sozialpsychologie auch als Moratorium „vor dem endgültigen Schritt ins Leben“ als Erwachsener. Nun frage ich mich, was in diesen 3 Monaten besprochen bzw. untersucht werden soll. Ok, die Sicherheit aller Kernkraftwerke soll tabulos hinterfragt werden und nach dem Moratorium wird es anders sein, als vor dem Moratorium. Sind unsere KKW’s sicher? Die Antwort wird vermutlich lauten: Kommt drauf an! Darauf nämlich, was für Risiken man betrachtet. Sollen Überschwemmungen, Stromausfälle, Erdbeben, Flugzeugabstürze, Terroranschläge und Meteoriteneinschläge auch in Kombination miteinander betrachtet werden? Dann ist das Ergebnis heute schon sicher: kein KKW ist sicher. Deshalb wird es darauf ankommen, die Randbedingungen und die angenommenen Risiken tabulos so zu konfigurieren, dass das gewünschte Ergebnis dabei herauskommt. Wozu sich sonst drei Monate Zeit lassen? Aber lassen wir den Experten doch die drei Monate Zeit zum Spielen, die braucht man in der Jugend schließlich auch, bevor man erwachsen ist. Da wird dann wohl eine Expertenkommission die Sicherheitsunterlagen der deutschen KKW’s noch einmal prüfen und zunächst bestätigen,...

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Für jeden etwas dabei

Wo man täglich auch das Fernsehen einschaltet oder auf welche Titelseite man auch blickt – Japan und die Entfesselung von Natur- und Mensch-gemachten Kräften begegnet einen dieser Tage auf Schritt und Tritt. Die Katastrophe ist so phänomenal und gigantisch, die Folgen so unabsehbar und die Entfernung (zum Glück) so groß, dass sie für jedes Gemüt etwas zu bieten hat. Da gibt es den GAU-geilen Beobachter, der insgeheim hofft, dass das Ding nun endlich richtig explodiert, damit die Spannung und das Entsetzen noch etwas erhalten bleibt. Dieser Typus setzt sich auch sonntags vor den Fernseher und schaut Formel 1 in der Hoffunung, ein ordentlicher Crash mit mindestens einem Schwerverletzten müsste dabei doch herausspringen. Natürlich ist dieser Typus auch immer angemessen entsetzt und zeigt dies auch gerne seiner Umwelt. Der zweite Typus verfolgt alle Informationen, recherchiert, wie diese Einheit Milli-Sievert definiert ist und wie ein Siedewasserreaktor funktioniert. Er verfolgt die besorgten Ausführungen von Atom- und Katasptrophenexperten und diskutiert gerne mit, prahlt etwas mit seinem physikalischen und technischen Sachverstand und hat eine eigene Theorie an der Hand und den Schuldigen sicher auch schon ausgemacht. Der dritte Typus ist ehrlich entsetzt, kann gar nicht hinsehen, fühlt mit den Menschen mit, die angesichts dieser unermesslichen Katastrophe noch immer eine bewundernswerte Disziplin an den Tag legen und wünscht sich, dass es ganz schnell vorbei ist. Die vierte Spezies nennt sich Politiker. Diese wenig scheue Gattung ist sich nicht zu...

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