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Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Kleinstädter…..

Veröffentlicht von am 24. Mrz 2010

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Es geschah an einem Samstagabend. Dem Ort des Geschehens gebe ich mal nur den Namen “Tanztempel” (wir wollen ja niemanden beschämen).

Meine Mädels und ich wollten mal wieder eine Discotour starten und der schwierige Teil bei Frauen ist – man muss sich einigen! Meine Freundin T. setzte sich gegen I. und mich durch und wir landeten im “Tanztempel”, der allgemein für eher älteres Publikum bekannt ist (ich weiß Mitte 30 – Mitte 40 ist nicht alt – für ne Disco aber schon^^).

Durch das Winterwetter sind wir etwas früher losgefahren als sonst, denn für Frauen sind die Straßen generell glatter, als für Männer…. Wir haben dann auch gemerkt, dass das Bullshit ist und waren zu früh im “Tempel”. Der Laden war noch recht leer und so hatte ich die einmalige Gelegenheit mir das Treiben mal in Ruhe anzugucken.

Es ist hochinteressant zu beobachten, in welchen Gruppen die Leute eine Disco betreten, wer sich wo positioniert und wer als Erstes die Tanzfläsche stürmt. Der erfolgreiche Geschäftsmann und sein Gefolge, die alleinstehenden Ladies Anfang 40, oder die, die mal ohne ihre Männer die Sau rauslassen wollen, usw. Die einen sichern sich direkt den besten Platz um gesehen zu werden, die anderen sondieren das Terrain erstmal von einer ruhigen Ecke aus. Natürlich darf auch im “Tanztempel” der Discophotograph nicht fehlen. Man muss ja am nächsten Tag der Welt zeigen können, dass man auch mit 2,8 im Turm noch richtig abgehen kann *hust*.

Nach und nach füllt sich die Discothek, die Tanzfläche bleibt aber noch leer. Ich lehne mich mit meinem Bacardi-Cola an die Theke und bin schon ganz gespannt, wer sich als Erstes auf den Markt schmeißt. Langsam wird auch die Musik lauter und wir nähern uns den aktuellen Single-Charts. In der Gruppe der alleinstehenden Ladies wird es lebendig, Blicke werden getauscht und dann – der große Moment: 3 von ihnen betreten mutig die Tanzfläche. Motiviert schwingen sie sich von rechts nach links, hier und da baumelt mal lässig ein Arm im Takt mit.

Die Bürohengstgruppe nimmt den Vorgang relativ uninteressiert zur Kenntnis. Mist, dabei haben sich die Mädels so hübsch zurechtgemacht. Meine Aufmerksamkeit wird abgelenkt von einem Paar (auch so um die 40), die offenbar erst vor kurzer Zeit zueinander gefunden haben. Sie führen eine Art Balztanz auf, lassen die Augen nicht voneinander und meine Freundinnen und ich warten nur darauf, dass er sie direkt auf der Tanzfläche nimmt. Der Tanz ist eine Mischung aus Tango und Swing, nicht zu definieren, bis T. schreit: “Ich hab`s, das ist ein “Swango”". Somit war auch dieser neue Tanz geboren. Als sie dann aber anfangen ihr Zungen zu verknoten gucken wir dann aber doch woanders hin. Man soll ja gehen, wenn man noch kann.

Die Tanzfläche und der Rest der Disco füllen sich und wir beobachten das Ganze noch eine Weile. Hinter uns postiert sich eine Gruppe Männer, alle etwas älter, alle etwas weniger Haare. Was soll ich sagen: Ein schönes Gesicht braucht viel Platz (auch ein weniger schönes in diesem speziellen Fall). Einer der Herren war wohl der King der Gruppe und auch dementsprechend von sich überzeugt.  Dumm nur, dass er auch den Discophotographen entdeckt hat, der in dem Moment an uns vorbei ging.

Er winkt ihn zu sich und im nächsten Moment merke ich, wie sich eine schweißige Hand von hinten um meine Schulter legt und zu sich zieht. Meinen kurzen Moment der Verwirrtheit nutzt der Photograph um Mister Schweißflosse und mich abzulichten. KLICK – und schon ist alles vorbei. Ich schüttele die Hand ab, lächle sehr gezwungen und drehe mich ganz schnell weg. Aber mein neuer Kollege hat noch nicht genug…. Es vergehen 5 Minuten und das bereits bekannte Schwitzehändchen fasst mich ungefragt am Arm und will mich Richtung Tanzfläsche ziehen. Sooooooooooooo mein Freund – ES REICHT. Im Normalfall bin ich ein höflicher Mensch, doch nun mußte ich dem Herren zu versthen geben, dass die Steinzeit vorbei ist. War das früher schön, als man der Alten noch eins mit der Keule geben konnte, schwupp über die Schulter werfen und zack – rein in die Höhle. Nix da!

Man lässt als gut erzogene Frau sein Gegenüber nicht im Unklaren und so informierte ich Mr. Steinzeit, dass er gerade ganz gewaltig am Ohrfeigenbaum rüttelt. Verdutzter bis leicht ungläubiger Gesichtsausdruck, die Hand wird von meinem Arm entfernt und er zieht beleidigt ab. Ich fliehe mit meinen Mädels auf die Tanzfläche, bis wir irgendwann nicht mehr können und beschließen nach Hause zu fahren.

Ich lasse meinen Blick noch einmal durch den “Tanztempel” schweifen. Die alleinstehenden Ladies machen einen deprimierten Eindruck, da außer “Reste ficken” wohl doch nix mehr zu holen ist (man entschuldige den Ausdruck, Korbin sagt ich darf das sagen^^). Der Geschäftsmann und sein Gefolge lassen sich immer noch Magnum-Champagner-Flaschen in ihre Ecke liefern um wilige Studentinnen gefügig zu machen und die älteren Herren ohne Haare muntern ihren “König” wieder auf.

War mal eine Erfahrung wert, aber nochmal werde ich den Laden wohl nicht besuchen. Obwohl der Fotograph echt niedlich war…..

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