Ab heute ist es soweit, ich habe jedweder fleischlicher Lust abgeschworen. Nein, nicht das, was ihr denkt …
Aufgrund von horizontaler Ausdehnung der Körperkonturen trotz regelmäßigen Sports und auch ansonsten eher gehend als stehender Tätigkeit führe ich an eigener Person sozusagen ein Feldexperiment durch: drei Wochen lang ernähre ich mich nur noch von Obst und Gemüse! Jedem, der Kraftsport und Fitness in zumindest regelmäßiger Frequenz durchführt, sollte das zugrundeliegende Dilemma eigentlich bekannt sein: Trotz Fettverbrennung in moderater Form nimmt das Körpergewicht zu und man wird, nun ja, eben massiger. Wenn es nur um das Abnehmen ginge, würde ja auch das reine Laufen reichen – aber es muss ja nicht gleich ein Marathon sein.
Diese ganzen Um- und Zustände beschreiben auch schon ganz gut meine heutige Argumentations-Linie: Kommt man um Fleisch und Kohlenhydrate in unserer westlichen Gesellschaft eigentlich noch vorbei? Wenn man offenen Auges und knurrenden Magens durch die Innenstädte lustwandelt, wird einem ja ganz schummerig vor verlockenden Genüssen. Aber gesunde Fitness-Kost? Fehlanzeige. Dönerbuden, Frittenstände, Crépesverkäufer, Currywurst. Möchte man sich zur Mittagspause fix was Knuspriges zwischen die Knabberleiste schieben, gibt´s an jeder Ecke ne Tiefkühlpizza (“Convenient-Food” … was für eine Verballhornung!!) oder Fertigfrikadellen von Zimbo. Schon als Schüler konnte ich für einen leeren Klassenraum und Kreischattacken sorgen, wenn ich diese Aldi-Müffelklötze aus ihrer Plastikfolie riss (mein alter Chemielehrer: “Oh mein Gott. Tyson, warst du das? Oder unser Schwefelwasserstoff-Versuch letzte Woche …?”. Ich habe die Junkfood-Drive-In-Möglichkeiten in meiner Aufzählung leider vergessen, was wohl daran liegt, dass ich diese Varianten gerne übersehen würde.
Also gut. Nun wird es Gemüse werden. Und Obst. Dass gerade gesunde Ernährung in unserer westlichen Gesellschaft mit so mit Mühen und unablässlicher Selbstüberwindung verbunden ist, mag in Anbetracht einer zunehmend verfettenden Bevölkerung paradox wirken. An dieser Stelle mag die Frage erlaubt sein, weshalb es eigentlich keine “Veggie-Drive-Ins” gibt, aber dafür existiert vermutlich kein eigener Markt.
Nun ja. Ich bin gespannt, welche Ergebnisse dieses Experiment zustande bringt und mir sicher, dass sich auf die eine oder andere Weise lustige Erkenntnisse ergeben werden, die über das Erwartete hinausgehen. Es heißt ja auch immer, man soll in seinem Leben stets neue Impulse setzen, damit es auch ja nicht langweilig wird.
Ich fange heute damit an – yes, we can!






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